Unsere Pelagiuskirche

Evangelische Pelagiuskirche Nufringen

Evangelische Pelagiuskirche Nufringen

Die Kirche von Nufringen ist nicht von Anfang an in ihrer heutigen Ausdehnung gebaut worden, sondern wurde mehrmals erweitert und umgebaut.

 

 

Ursprünglich ist sie als Kapelle um das Jahr 1150 gebaut worden, als Filiale von Kuppingen. Die erste Erweiterung erfolgte an der romanischen Kapelle bereits in der Zeit der Hochgotik, Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts.

 

An der Ostwand wurde der noch heute erhaltene Chor angebaut. Er erhielt einen Abschluss in drei Seiten eines Achteckes. Die Decke besteht aus einem Kreuzgewölbe. Der Blick nach oben führt zu zwei Schlusssteinen: Christrose und Gotteslamm. Die 5 Fenster des Chores sind eigenartigerweise alle verschieden hoch. An der Südseite des Chores befindet sich eine halbkreisförmige Nische. Hier befand sich früher eine Sitzbank für zwei Priester. Die Sakramentsnische gegenüber war bis zur Reformation (im Gäu 1534) Aufbewahrungsort für das Allerheiligste, den Tabernakel.

 

Die Sakristei wurde gleichzeitig mit dem Chor gebaut. Ein Gotteslamm auf dem Schlussstein des Kreuzgewölbes und ein steinerner Altar (nicht mehr vorhandenen) weisen darauf hin, dass in diesem Raum früher Messgottesdienste gefeiert wurden.

 

Nufringen wurde Ende des 15. Jahrhunderts selbstständige Pfarrei. Die Gemeinde war wieder gewachsen, die Kirche musste abermals erweitert werden. Die Süd- und Westmauer des Kirchenschiffes wurde abgerissen. Die Südmauer wurde um etwa 2 m, die Westmauer wahrscheinlich um etwa 6 m nach außen gerückt. Die Kirche gewann beträchtlichen Raum. Die Westmauer erhielt ein spätgotisches Portal, darüber ein schmückendes Rundfenster. Zusammen mit dieser Erweiterung wurde auch die kleine Seitenkapelle zwischen Turm und Sakristei gebaut.

 

Der Turm ist der wohl älteste Teil des Bauwerkes. Er stammt, wie die ursprüngliche Kapelle, aus der Zeit um das Jahr 1150 und wurde als Wehrturm gebaut. Der obere Teil wurde bei der ersten Erweiterung (um 1400) in Fachwerkbauweise aufgesetzt. Im oberen Massivgeschoss hingen zunächst die Glocken. Der Schall ging durch die kunstvoll gefertigten Rundbogenfenster über den Ort. Nun hängen die Glocken seit Jahrhunderten im oberen Teil des Turmes, die älteste seit 1506. Als auch der erweiterte Kirchenraum nicht mehr ausreichte, wurde auf der Westseite eine Empore eingebaut (um 1750). Zwei Zugänge, an der Nord- und Südseite, führten auf diese Männer-Empore.

 

Die überdachte Holztreppe auf der Nordseite wurde 1974 durch ein Treppenhaus ersetzt, der Zugang auf der Südseite wurde abgerissen. Auch im Chor wurde eine Empore eingebaut. Auf ihr stand bis 1973 eine hübsche Barockorgel. Der Gesamteindruck des Chores war dadurch stark beeinträchtigt, die schönen gotischen Fenster wurden fast vollständig verdeckt. Die Farbfenster wurden 1983 in drei Gleichnissen Jesu neu gestaltet: „Die Saat geht von allein auf“, „Das Senfkorn wächst“, „Prioritäten nach dem Fischzug“.

 

Der Altar besteht aus einer Sandsteinplatte, getragen von vier Rundsäulen. Über der Kanzel fällt besonders der schöne Schalldeckel auf, er stammt aus dem Jahre 1776, dem Spätbarock.

 

In den Jahren 1993/94 erfolgte eine komplette Innenrenovierung. Die Kirche erhielt einen neuen Putz, das ursprüngliche Mauerwerk wurde dabei besonders hervorgehoben.

 

Neben dem Altar aus dem Jahr 1899, der bei einer Innenrenovierung im Jahre 1955 entfernt wurde, ist auch der alte Taufstein restauriert und wieder aufgestellt. worden. Er stammt noch aus dem 14. Jahrhundert. Im Zusammenhang mit dieser Renovierung wurde auch eine neue Orgel eingebaut. Sie ersetzte eine elektronische Orgel, die ab 1974 für die alte Barockorgel den Ton angab. Die neue Orgel fand im Chor ihren Platz, lässt aber den Blick frei auf die schönen Fenster. Die Frontbilder der Barockorgel hängen nun an der Brüstung der Empore. Ein Holzrelief von Andreas Felger mit dem Titel „Landschaften des Lebens" schmückt das Kirchenschiff, das Bild „Hören" des Nufringer Künstlers Herbert Günterberg die Seitenkapelle.

 

Die 12 Lampen der Lichterkrone symbolisieren die 12 Tore des himmlischen Jerusalem. Sie leuchten im Perlenglanz. Im Jahre 1996 wurde die Kirche auch außen renoviert und erhielt damit das heutige Aussehen.

 

 

Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, und den Ort, da deine Ehre wohnt. Psalm 26,8


Namenspatron Pelagius

 

Den Namen hat unsere Nufringer Kirche von einem jungen Mann namens Pelagius. Dieser soll 283/284 als verfolgter Christ in Istrien unter Kaiser Numerian das Märtyrium erlitten haben.

Seine Gebeine wurden 904 nach Konstanz gebracht und er wurde Patron dese Bistums Konstanz, wozu auch Nufringen gehörte.